Kleines Glossar der Kamera-Fachbegriffe

Haben Sie sich schon häufiger gefragt, was gewisse Fachbegriffe in der Fotografie eigentlich bedeuten? Blende, Brennweite, ISO, Weißabgleich? Was ist das eigentlich, wofür sind sie da und wie nehme ich die richtigen Einstellungen an meiner Kamera vor? Wir haben uns die vier Kandidaten einmal vorgeknöpft und versucht, sie in möglichst einfachen und praktischen Worten zu erklären.

Blende
Mit Einstellungen an der Blende kann der Lichtdurchlass durch das Objektiv verändert werden. Je nachdem ob der Lichtdurchlass enger oder weiter gewählt wird, ist das resultierende Lichtbündel größer oder kleiner. Die Wahl der Blendenzahl hat dadurch sowohl Einfluss auf die Belichtungszeit als auch auf die Schärfentiefe und beschreibt das Verhältnis von Brennweite und Blendenöffnung.
In der Praxis hat dies einen ganz bestimmten Einfluss auf die Belichtungszeit und eine wichtige Bedeutung für das entstehende Foto.
Je größer die Blendenzahl eingestellt wird, desto länger ist auch die Belichtungszeit, denn bei steigender Blendenzahl verkleinert sich gleichzeitig die Blendenöffnung. Ins Gegenteil gekehrt bedeutet das also: Je kleiner die Blendenzahl eingestellt wird, desto kürzer ist die Belichtungszeit, denn bei sinkender Blendenzahl vergrößert sich gleichzeitig die Blendenöffnung. Ein Foto wird bei steigender Blendenzahl-Einstellung dunkler, weil nicht mehr so viel Licht auf den Kamerasensor fallen kann, bei sinkender Blendenzahl hingegen heller, da die Blende weiter geöffnet ist.
Auch die Schärfentiefe kann mit der Einstellung der Blende beeinflusst werden. Mit größerer Blendenzahl und der damit verbundenen kleineren Blendenöffnung wird auch der Unschärfekreis kleiner, da der Lichtkegel spitzer zuläuft. Das hat zur Folge, dass das Motiv schärfer und zum Beispiel der unscharfe Hintergrund weniger unscharf wirkt. Umgekehrt wird bei einer kleineren Blendenzahl und der damit verbundenen größeren Blendenöffnung der Unschärfekreis größer und es zeigen sich vermehrt unscharfe Momente im Bild.

Je niedriger die Blendenzahl, desto heller wird das Foto.

Je niedriger die Blendenzahl, desto heller wird das Foto.

Brennweite
Der Wert der Brennweite wird meist in Millimetern (mm) angegeben und ist entscheidend für den Bildwinkel, der bei größerer Brennweite enger wird. Die Brennweite ist eine entscheidende Angabe, wenn es zum Beispiel um den Kauf eines Objektivs für die Spiegelreflexkamera geht. Schließlich gibt es je nach Einsatzgebiet besser oder schlechter geeignete Brennweiten. Bei Kompaktkameras hingegen, findet man oft Angaben zum Zoom. Von einem 3,8-fachen Zoom würde man zum Beispiel bei einem Objektiv mit einer Brennweite von 28mm-105mm sprechen. Der größere Wert, geteilt durch den kleineren (105/28) ergibt nämlich 3,75 – also fast 3,8. Das Pendant zu Zoom-Objektiven sind Objektive mit Festbrennweite. Der Wert bei diesen Objektiven ist durch die Bauart festgelegt und kann nicht verändert werden. Sie sind meist lichtempfindlicher und daher besonders gut für die Porträtfotografie geeignet.

ISO
Unter dem ISO-Wert versteht man die Filmempfindlichkeit. Je höher der eingestellte ISO-Wert, desto weniger Licht wird benötigt, um ein bestimmtes Motiv zu fotografieren. Die benötigte Belichtungszeit wird dadurch folglich kürzer. Andererseits gehen bei einer kurzen Belichtungszeit natürlich auch weniger Bildinformationen ein, sodass die Filmkörnung zunimmt und das Bild mehr „rauscht“. Die Kunst liegt also immer auch darin, einen passenden ISO-Wert für die jeweilige Lichtsituation zu finden, um ein rauschfreies Bild mit genügend Dynamikumfang zu bekommen. Das Bildrauschen wird jedoch zum Beispiel in der Schwarz-Weiß-Fotografie gern als Stilmittel eingesetzt.

Die richtige ISO-Einstellung für die vorherrschenden Lichtverhältnisse zu finden, ist ausschlaggebend für ein gelungenes Foto.

Die richtige ISO-Einstellung für die vorherrschenden Lichtverhältnisse zu finden, ist ausschlaggebend für ein gelungenes Foto.

Weißabgleich
Mit dem Weißabgleich wird die Kamera auf die vorherrschende Lichtstimmung eingestellt.
Der automatische Weißabgleich, wie ihn die meisten Kameras heutzutage besitzen, sucht im Bild nach den größten hellen Flächen und definiert diese als weiß bzw. grau. Wer mit seiner Kamera im manuellen Modus, aber im RAW-Modus fotografiert, kann auf den Vorab-Weißabgleich verzichten und diesen in der Nachbearbeitung durchführen.
Grundsätzlich gilt: Dasselbe Bild kann mit unterschiedlichen Lichtstimmungen eine komplett andere Wirkung haben. Deswegen ist das, was unser menschliches Auge ganz von alleine macht, so wichtig in den Kameraeinstellungen zu definieren. Das Ziel ist es, mit diesen Farbtemperatureinstellungen, den Seheindruck so gut wie möglich auf das Foto zu bekommen. Eine zu hohe Farbtemperatureinstellung vermittelt durch zu viel Blauanteil schnell einen kühlen Eindruck, obwohl das Gesehene zum Beispiel in der goldenen Abendsonne fotografiert wurde. Die meisten Digitalkameras verfügen auch über wählbare Voreinstellungen zu Farbtemperaturen. Diese sind angegeben in Kelvin. So entsprechen zum Beispiel 5000 Kelvin dem typischen Tageslicht, wie man es bei klarem Himmel und Morgen- oder Abendsonne vorfindet.

Mit einem Weißabgleich können ganz eigene Stimmungen erschaffen werden. Neben dem automatischen Weißabgleich können auch Einstellungen wie "Bewölkt" oder "Leuchtstoff" vorgenommen werden, die die Farbtemperatur entsprechend anpassen.

Mit einem Weißabgleich können ganz eigene Stimmungen erschaffen werden. Neben dem automatischen Weißabgleich können auch Einstellungen wie „Bewölkt“ oder „Leuchtstoff“ vorgenommen werden, die die Farbtemperatur entsprechend anpassen.

Mit diesem kleinen Einstieg in die Fachbegriffe der Fotografie können Sie Ihre Kamera jetzt sicher etwas besser verstehen. Probieren Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten einmal aus und vergleichen Sie die Ergebnisse. Merken Sie sich, welche Effekte Sie mit den einzelnen manuellen Einstellungen erzielt haben. Und erfreuen Sie sich an Ihren schönen Fotos.

Autor: Madeline Jost / my moments

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