Vogelfotografie

Ob er mit einem Handyschnappschuss beim Spaziergang oder mit professionellem Equipment abgelichtet wird: Der Vogel ist und bleibt eines der beliebtesten Motive, wenn es um Tierfotografie geht. Vögel auf Sylt, Zugvögel oder Seeadler, ganze Internetseiten sind dem Federvieh und seinem Abbild gewidmet. Die Quantität lässt fast schon vermuten, dass es ein Leichtes ist, Amsel, Drossel, Fink und Star zu fotografieren. Doch Achtung: Für qualitativ hochwertige Fotos ist doch das ein oder andere zu beachten.

Bevor es mit dem eigentlichen Fotografieren überhaupt losgehen kann, sollte sich Mann oder Frau gründlich über seinen/ihren Federfreund informieren. Denn was nützt ein Ausflug ins Grüne oder ans Meer, wenn gar kein Vogel da ist? Jede Art hat ihre eigenen Besonderheiten und dazu gehört natürlich auch, wann sich der Vogel am liebsten zeigt. Gern zeigen sich die Flattermänner nämlich zum Beispiel zur Balzzeit, wenn man Glück hat, sogar mit außerordentlich imposanten Gebärden. Nicht so extrovertiert hingegen geben sie sich während der Brutzeit. Wann genau diese Phasen einer jeden Gattung im Jahr anzusiedeln sind, verraten den Motivsuchenden das Internet oder einschlägige Sachbücher über Vögel.

Ein Pfau in der Balzzeit ieht sehr imposant aus. Dieser große Vogel ist ein beliebtes Motiv, da er seine Farbenpracht gern ausgiebig zur Schau stellt.

Ein Pfau in der Balzzeit sieht sehr imposant aus. Dieser große Vogel ist ein beliebtes Motiv, da er seine Farbenpracht gern ausgiebig zur Schau stellt.

Nachdem der Lieblingsvogel auserkoren und sich hinreichend über ihn informiert wurde, kann es mit den konkreteren Vorbereitungen des Vogelshootings losgehen. Im Monat Februar kann es sinnvoll sein, schon mehrere Tage vor dem Fototermin mit einer kleinen Anfütterung zu beginnen, denn im Winter verlassen Vögel für einen Körnersnack ganz gern einmal ihre Deckung. Im Sommer ernähren sie sich normalerweise von kleinen Insekten. Da diese im Februar rar sind, müssen die Vögel mit vegetarischer Kost Vorlieb nehmen.
Vögel haben einen angeborenen Fluchtinstinkt und Menschen sind ihre Feinde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie auch eine sogenannte Fluchtdistanz wahren. Geht der Zweibeiner mit seiner Kamera zu dicht heran, ist der Vogel nicht selten im gleichen Moment über alle Berge und ein Foto schier unmöglich. Das ist häufig eine Schwierigkeit, denn für eine gute Zeichnung im Bild ist eine gewisse Nähe zum Motiv nötig. Abhilfe können hier Objektive mit einer höheren Brennweite verschaffen. Aber auch ein Tarnzelt kann eine Lösung sein. Mehrere Tage vorher aufgebaut, gewöhnen sich die schreckhaften Tierchen an die veränderte Umgebung und lassen sich bereitwillig auch ganz nah an der Linse nieder. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, kann auf ein einfaches Tarnnetz zurückgreifen. Diese git es sogar schon für unter 20 Euro.
Einfacher kann man wilde Vögel in (Natur-)Parks fotografieren, denn hier kennen sie die Nähe der Menschen. Für gewöhnlich haben Vögel in von Menschen belebter Natur eine geringere Fluchtdistanz.

Eine Frage, die Sie sich zur Vogelfotografie unbedingt stellen sollten, ist die der Bewegung des Motivs. Bei der Vogelfotografie ist dies nicht unerheblich, denn es ist ein großer Unterschied, ob sie einen Singvogel auf einem Strauch sitzend oder einen fliegenden Greifvogel einfangen wollen. Beide Motive haben selbstverständlich ihren Charme, jedoch fordert das Fotografieren von bewegten Objekten eine größere Geschicklichkeit.
Unabhängig davon, kann man für den Einstieg aber sagen: Je größer und langsamer, desto besser! Größere Vögel bewegen sich in der Regel langsamer, ob in der Luft oder schwimmend auf dem See und das Fotografien von „trägeren“ Motiven wird Ihnen zunächst leichter fallen. Die Erfolgserlebnisse werden erst einmal größer sein, wenn Sie etwas mehr Zeit haben, den Vogel anzuvisieren und er lange genug im Blickfeld ist, bis Sie die richtige Belichtungszeit eingestellt haben. Um Zeit zu sparen, können Sie aber durchaus auch einmal Ihre Belichtungsautomatik anwenden.  Kleinere Vögel sind wendiger und oft plötzlich verschwunden, daher lohnt sich ein Versuch allemal, ob die automatischen Einstellungen Ihrer Kamera nicht auch ein gutes Bild liefern.

Der Weißkopfseeadler zieht in der Luft eher gemächlich seine Runden und lässt sich im Gegensatz zu fliegenden Singvögeln leichter fotografieren.

Der Greifvogel zieht in der Luft eher gemächlich seine Runden und lässt sich im Gegensatz zu quirligen Singvögeln wesentlich leichter fotografieren.

Wie immer ist die Frage nach der richtigen Ausrüstung abhängig von der Ambition und natürlich dem Geldbeutel des Fotografen. Je nachdem wie professionell Sie die Vogelfotografie betreiben wollen, können Sie mit kleinem oder richtig großem Besteck arbeiten. Für den Anfang sollte eine einfache Spiegelreflex- oder Systemkamera genügen. Durch die Zoom-Funktion können Sie auch weiter entfernte Objekte mühelos so dicht heranholen, dass Sie ein schönes, hochauflösendes Vogelporträt erzielen. Eine Handykamera ist für das Fotografieren kleinerer, sehr scheuer Vögel nicht so sehr zu empfehlen, da das Zoomen häufig großes Rauschen nach sich zieht, von der Verwacklungsgefahr gar nicht zu sprechen. In jedem Fall sollten Sie immer darauf achten, dass Sie die Fotos bei guten Lichtverhältnissen, also besser nicht im tiefsten Wald, machen. Schönes Licht trägt zu einem guten Foto bei und wenn Sie Ihr Motiv dann sogar noch im Goldenen Schnitt erwischen, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Vogelfotografie ist Ausdauertraining. Im Gegensatz zu Fotoshootings mit Menschen können wir dem Federvieh keine Anweisungen geben. Sie fliegen mal hier-, mal dorthin und der Fotograf muss sich dem Zufall hingeben. Natürlich können dem Vogel durch beispielsweise Anfütterungen oder selbstgebaute Holzhäufchen, auf denen die Vögel gerne sitzen, Anreize geschaffen werden, sich genau dort niederzulassen, dennoch ist es eine Geduldsprobe, schöne Fotos von Vögeln zu machen. Genau das reizt aber die meisten Vogelfotografen.

Strandläufer - Bei Schietwetter und leeren Stränden sind die Vögel  zutraulicher.

Strandläufer – Bei Schietwetter und leeren Stränden sind die Vögel zutraulicher.

Die Königsdisziplin der Vogelfotografie ist das Erzählen einer Geschichte. Wie Sie aus Ihren Vorbereitungen wissen, hat jede Vogelart einen bestimmten Lebensraum, besondere Fressgewohnheiten und saisonbedingte Balzzeiten. Den Vogel in seiner natürlichen Umgebung, mit seinen individuellen Eigenarten einzufangen, eine richtige Geschichte mit Ihrem Bild zu erzählen ist eine Herausforderung, die sich zum Beispiel für ein Fotobuch lohnt.

Autor: Madeline Jost / my moments

Das könnte Sie auch interessieren

Fotoexpedition nach Kenia zu gewinnen mit Canon EOS Adventure
Fotobuch Ideen zum Valentinstag
Kamera kaputt? Und dann?


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.