Fußball und Fairness: Zweikampfverhalten e.V. – Ein Verein für die Coolen

Gewalt, Vandalismus, Beleidigungen. Was laut Hamburger Senat an vielen Schulen an der Tagesordnung steht, ist bei dem Hamburger Verein Zweikampfverhalten tabu. Hier haben Respekt, Toleranz und ein positives Miteinander die Oberhand. Das Soziale ist Gesetz. Da wir – mymoments – als Unternehmen, das ebenfalls in Hamburg Zuhause ist, uns mit einem kleinen Beitrag sozial engagieren möchten und wir Zweikampfverhalten ein unterstützenswertes Projekt finden, spenden wir mit dem Aktionscode NLSZ615 ab dem 31.05.-30.06.2015 für jedes bestellte Fotobuch und Fotokartenset 2 €. Wir haben die Geschäftsführerin, Sozialarbeiterin, Diplom Kriminologin und Coolness-Trainerin Rebekka Henrich besucht und mit ihr darüber gesprochen, wie Zweikampfverhalten e.V. arbeitet und was das ganze mit Fußball zu tun hat.

Zweikampf-Verhalten. Zwei Worte, die die Intention des Vereins auf den Punkt treffen. Erstens: Der Zweikampf. Er steht für unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Positionen, die trotzdem ein positives Miteinander pflegen können. Dafür, dass es manchmal nicht leicht ist, einen Gegner zu haben, egal ob beim Fußball oder im sozialen Leben, und dass gegenseitiger Respekt und Toleranz im Umgang mit sich und anderen als essentielle Selbstverständlichkeit gelten sollte. Zweitens: Das Verhalten. Es steht dafür, dass erwünschte Verhaltensweisen über positive Vorbilder erlernt werden können. Unerwünschte Verhaltensweisen müssen nicht als gegeben und unveränderbar hingenommen werden, sondern können durch Ansätze wie der Sozial-Kognitiven Lerntheorie positiv beeinflusst werden.

Die Idee hinter Zweikampfverhalten ist die Kombination von Team-/Ballsport, Coolness- und Kompetenztraining als Reaktion auf die nach wie vor steigenden Gewalttendenzen von Hamburger Jugendlichen.
Wie in vielen anderen großen Städten in Deutschland kommt es nämlich auch in Hamburg immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen unter Jugendlichen. Auch Vandalismus an Schulen ist an der Tagesordnung. Auf Anfrage der CDU erklärte der Hamburger Senat im Mai 2015, dass die Gewaltmeldungen im Schuljahr 2012/13 bei 1103 Meldungen lagen, im Jahr 2013/14 aber bereits auf 1908 angestiegen waren. Diese besorgniserregenden Zahlen fanden am 14. April diesen Jahres ihren tragischen und sehr realen Höhepunkt, als ein 17-jähriger an der Nelson-Mandela-Stadtteilschule Wilhelmsburg nach einer Messerattacke eines Mitschülers seinen Verletzungen erlag. Dem jungen Mann konnte leider nicht mehr geholfen werden. Ebenso wenig wie präventive Maßnahmen zu einer Verhinderung dieser Tat gegriffen haben, wenn es sie überhaupt gab. Der Täter hat scheinbar nie gelernt, seine Wut auf anderem Wege als mit Gewalt zu lösen.

Anders erging es Eric-Daté Tété, Tutor bei Zweikampfverhalten.
Der heute 20-jährige stammt ursprünglich aus Togo, macht gerade sein Abitur und wird anschließend ein Studium der Sozialen Arbeit in Hamburg beginnen. Diese Entwicklung war 2008, bevor er am „Coolnesstraining im Teamsport“ teilnahm, noch nicht abzusehen. In Erics Viertel gehörte aggressives Verhalten zum guten Ton und Polizeieinsätze waren so etwas wie die Krönung falschverstandener Coolness. Damals kam es regelmäßig zu körperlichen und verbalen Übergriffen innerhalb seiner Mannschaft. Bei einem besonders frustrierenden Fußballspiel war 2008 zufällig ein Mitarbeiter von Zweikampfverhalten anwesend und hat Eric und seine Mannschaft angesprochen. „Eric lernte seine Energie positiv zu nutzen und entwickelte Ehrgeiz“, erzählt Rebekka Henrich. Seitdem ist Eric bei Zweikampfverhalten e.V. nicht mehr wegzudenken. “In den Seminaren bringt er eigene Erfahrungen mit Konflikten und Gewalt ein und wirkt in praktischen Übungen und Rollenspielen mit.“ Seit 2013 arbeitet er sogar als Trainer bei der FC St. Pauli Fußballschule. Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht.

Leider gibt es aber auch immer wieder traurige Geschichten, wie der tragische Tod des Wilhelmsburger Jungen zeigt. In Umgangsformen wie Fairness und Toleranz sind diese Jugendlichen oft nicht erprobt. Respekt ist allzu oft nur ein Synonym für Ehrgefühl. Die Gründe für aggressives, unerwünschtes Verhalten sind ebenso vielfältig und individuell wie die Jugendlichen und Kids selbst. Aber es liegen ihnen meist belastende Lebensumstände zugrunde, weiß Rebekka Henrich zu berichten: „Aus meiner Sicht tragen zum Verfall von Werten hauptsächlich fehlende positive Vorbilder im Elternhaus bzw. Umfeld, mangelnde Integration und soziale Benachteiligung bei. Oftmals haben diese Kinder und Jugendlichen eine unbewusste aggressive Haltung, lernen zu Hause keinen angemessenen Umgang mit Konflikten und sind daher sprachlos bzw. handlungsunfähig, was deren konstruktive Lösung angeht. Sie haben nicht gelernt, Situationen sich anbahnender Gewalt frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen, Streit zu schlichten oder ihre sportlichen, schulischen Fähigkeiten zu entfalten und zu nutzen.“ Diese Gelähmtheit vermische sich zusätzlich mit Leistungsdruck in der Schule oder im sportlichen Wettkampf und suche sich ihr Ventil über die Gewalt als vermeintlich einzige Möglichkeit, soziale Anerkennung und Gleichberechtigung wiederherzustellen.

An dieser Stelle setzt Zweikampfverhalten e.V. an und bietet einen Ausweg aus der Spirale von Frust und Gewalt. Acht pädagogische und zehn ehrenamtliche Mitarbeiter, sowie weitere zehn Tutoren schulen junge Menschen, deren Familien und ihr soziales Umfeld in Konflikt- und Krisenmanagement. Das besondere ist die Kombination von sozialpädagogischen Maßnahmen, sportübergreifenden Aktivitäten und der Einsatz von positiven Vorbildern wie Michel Abdollahi, Moderator von Kampf der Künste und dem NDR Kulturjournal. „Dabei üben die Kids Fairplay, Teamgeist auf dem Spielfeld und übertragen das Gelernte z.B. beim Training sozialer, lebenspraktischer Kompetenzen im Benimmkurs, Rhetorik- oder Flirt-Training auf ihren Alltag.“ Die drei- bis sechsmonatigen Coolness-Trainings und begleitenden Angebote für Erwachsene richten sich primär an Kinder und Jugendliche aus belasteten Elternhäusern bzw. problematischen sozialen Umfeldern und deren Familien.

Entwickelt wurde das Training von Henrich in Anlehnung an das Coolness-/Anti-Aggressivitäts-Training (Heilemann/Fischwasser, 1984) und es verbindet unterschiedliche, wissenschaftlich-fundierte Ansätze miteinander: die Sozial-Kognitive Lerntheorie (Bandura, 1979), die Konfrontative Pädagogik (Weidner, 2004) und das Integrative Konflikt-Training (Dahm, 2001). Banduras Ansatz geht zum Beispiel davon aus, dass gelerntes aggressives Verhalten durch die Nachahmung positiver Vorbilder auch wieder verlernt werden kann, wobei erfolgreiche Personen besonders häufig nachgeahmt werden. „Gewaltfreie, konstruktive Konfliktlösung kann demnach ebenso trainiert werden wie Passspiel oder Torabschluss“, versichert Rebekka Henrich.
Das Ganze wird eingerahmt vom Fußball. Der Erfolg des Vereins gibt Frau Henrich Recht, wenn sie sagt: „Sport verbindet Menschen über soziale, ethnische und religiöse Grenzen hinweg.“ An ihrer Seite steht der ehemalige Fußball-Profi und heutige Trainer Bastian Reinhardt, der den Verein seit Gründung 2008 als Coach und im Vorstand unterstützt. „Wie man sich auf dem Platz verhält, so verhält man sich auch im Leben.“, ist er sich sicher und gibt den Jugendlichen mit seinem Training wichtige Tipps mit auf ihren Lebensweg. „Der Sport eröffnet die Möglichkeit, insbesondere auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen positiven Einfluss zu nehmen, deren soziale, lebenspraktische Kompetenzen zu stärken, ihnen Anerkennung zu vermitteln und sie u.a. im Vereinsleben in die Gesellschaft zu integrieren“, ergänzt Henrich.

Training mit Sebastian Reinhardt, HSV / Foto: Witters

Training mit Bastian Reinhardt, HSV / Foto: Witters

In Hamburg laufen derzeit sechs Kurse mit insgesamt 80 Kindern und Jugendlichen an Schulen und Sportvereinen mit dem Motto „Fair im Sport. Cool im Alltag.“ Mit einer Quote von 81,35% erfolgreichen Absolventen/-innen seit der Gründung des Vereins, sind auch im Jahr 2015 positive Erfolge zu erwarten. Es geht aber nicht nur darum, Kinder und Jugendliche zu mobilisieren. „Idealerweise stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der auch problembelastete junge Menschen und Familien durch Sport Potenziale entfalten und eigene Stärken entdecken können. Wir möchten nachhaltige, positive Veränderungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene bewirken, indem ehemalige Kursteilnehmer/-innen das erlernte Wissen systematisch an ihr soziales Umfeld weitergeben.“ betont Rebekka Henrich. Dieses Schneeballsystem kann langfristig allerdings nur erreicht werden, wenn dem Verein immer wieder ideelle und finanzielle Unterstützung zukommt. Spendengelder, neue Vorbilder und Ideen bzw. Konzepte sind daher der Grundstein für die wunderbare Arbeit, die Rebekka Henrich und ihre Mitarbeiter jeden Tag leisten.

Wenn auch Sie sich daran beteiligen möchten, Jugendlichen einen gewalt- und straffreien Lebensweg zu ermöglichen und ihr sportliches, schulisches und berufliches Potenzial zu fördern, freut sich Zweikampfverhalten e.V. auf Ihre Unterstützung.

Spendenkonto:
Zweikampfverhalten e.V.
Hamburger Volksbank eG
Bankleitzahl: 201 900 03
Kontonummer: 60 211 601
IBAN: DE80 2019 0003 0060 2116 01
BIC: GENODEF1HH2
Persönlich oder medial können Sie sich ein Bild von Zweikampfverhalten machen:

  • Beim Neujahrsfest (Tag der offenen Tür) am 19.02.2016 von 15 – 18 Uhr in der Inselakademie

und unter:

www.zweikampfverhalten.de
www.facebook.com/zweikampfverhalten
www.youtube.com/user/zweikampfverhalten
Weitere Informationen erhalten Sie außerdem bei der sehr netten

Rebekka Henrich
Geschäftsführung Zweikampfverhalten e.V. – Sport • Bildung • Vorbilder
Dipl. Sozialarbeiterin, Coolness-/Anti-Aggressivitäts-Trainerin, Dipl. Kriminologin
E-Mail: info@zwei­kampf­verhalten.de
Telefon: (040) 38 67 89 08, (0176) 31 44 64 56
Fax: (040) 20 00 47 48

 

Autor: Madeline Jost / mymoments

 

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